Adele Bergzauber

 „Wir wissen, was es braucht, um sich auf seine Kleidung am Berg verlassen zu können. Das setzen wir im Schnitt und an den Details an der Kleidung um.“ 

Adele Bergzauber. Der Name klingt bereits nach Abenteuer, Gipfelstürmer und der faszinierenden Magie der Natur. Aber auch wenn Adele die inspirierende Namensgeberin der Marke für Funktionskleidung ist, steht viel mehr Holger Riedisser hinter dem Label. Der ambitionierte Outdoorsportler weiß aus eigener Erfahrung, was Funktionskleidung leisten soll und muss. Als begeisterter Kletterer, Mountainbiker und Skifahrer liebt er den Sport bereits seit Jahren, für dessen Kleidung er später selbst an der Nähmaschine sitzen wird. Er beschließt, sein Know-How nahtlos in seine eigene Kollektion überfließen zu lassen und ist heute stolz darauf, „das kleinste ernstzunehmende Bergsportlabel, das ihm bekannt ist“ gegründet zu haben. Übrigens haben Namen immer noch eine wichtige Bedeutung bei Adele Bergzauber. So wird jedes neue Kleidungsstück nach der ersten Person, die es erwirbt, benannt. 

Inspiration aus dem Allgäu. Es muss nicht immer das Silicon Valley sein. Manchmal liegt die zündende Idee so nah. Im Falle von Holger Riedisser im malerischen Allgäu, eine der schönsten Landschaften Deutschlands, eingebettet zwischen dem Bodensee und Lech. Tatsächlich war es auch wirklich eine Dame namens Adele, die Holger half, seine Leidenschaft für den Bergsport mit der Gründung eines eigenen Labels zu kombinieren. Die gelernte Schneiderin, die heute 92 Jahre alt ist, brachte ihm immerhin die ersten Züge des Handwerks bei. „Dies, gepaart mit einem mir sehr ähnlichen sonnigen Gemüt, hat uns verleitet, Adele in unseren Firmennamen mit aufzunehmen“, lässt mich Holger wissen. Das war vor über fünf Jahren. Noch heute stattet die stolze Namensgeberin dem Atelier täglich einen Besuch ab. 

Funktion trifft Fairness. Ganz besonders wichtig ist dem Unternehmer, die klare Fairness, die in seiner Kleidung steckt. „Wir bemühen uns um Stoffe, die in Europa hergestellt werden. Zurzeit beziehen wir überwiegend Stoffe aus der Schweiz, Deutschland, Spanien und Italien. Selbstverständlich ist die Qualität dadurch auch besonders gut.“ Bei der Produktion hat sich Holger mit seinen Mitarbeitern für Europa entschieden, da sie hier viel besser nachvollziehen können, wie der Lebensstandard derjenigen ist, die an ihrer Kleidung mitwirken. „Wir möchten nicht, dass durch unseren Erfolg jemand Anders Leid erfährt!“, betont Holger. Die Pullover werden daher zu 90 % im Allgäu angefertigt. Bei den Jankern ist Adele Bergzauber besonders stolz, dass die Strickerei in Österreich eine fühlbar tolle Arbeitsatmosphäre ausstrahlt. Hier sind sie sehr gerne zu Gast, wenn es darum geht neue Produkte zu planen. 

AUS DEM NÄHKÄSTCHEN GEPLAUDERT:

Wie hat sich Adele Bergzauber in den letzten fünf Jahren entwickelt? 

HOLGER RIEDISSER: Ich habe vor fünf Jahren mit dem Nähen von Funktionspullovern angefangen. Anfangs bin ich alle zwei Wochen auf Designmärkte gezogen, um die Pullover an Frau und Mann von Welt zu bringen. Seit drei Jahren ist Lisa Prechtl ebenfalls mit im Boot, insbesondere was Marketing und Verkauf anbelangt. Wir sind noch immer viel unterwegs, aber eher auf Sportmessen und Events. Das Nähen der Pullover übernehme ich größtenteils noch selbst im Atelier im Allgäu. Allerdings haben wir (und werden wir) unser Angebot erweitern. 

Woher kommen eure Inspirationen bei Schnitt, Muster und Design? 

HOLGER RIEDISSER: Sind wir draußen, haben wir einen besonderen Blick auf die Eigenschaften unserer Kleidung. Wir wissen, was es braucht, um sich auf seine Kleidung am Berg verlassen zu können und das setzen wir im Schnitt und an den Details an der Kleidung um. Das Design bzw. die Ausstrahlung unserer Kleidung ist geprägt von der Szene, in welcher wir uns zuhause fühlen. Es ist diese Mischung aus Freeride im Winter auf Telemarkski, Enduro Fahrradfahren im Sommer und Klettern an warmen Felswänden das ganze Jahr über, die Einfluss darauf hat was unsere Kleidung ausstrahlen soll. 

Was sollte jeder Bergsportbegeisterte unbedingt in seinem Kleiderkasten haben? 

HOLGER RIEDISSER: Einen Trachtenjanker. Trachtenjanker sind das Sahnehäubchen der Bergsportmode. 

Welche Bergtour ist euch besonders in Erinnerung geblieben? 

HOLGER RIEDISSER: Letztes Jahr waren wir am Großvenediger, im Hochsommer bei -16° C und Sturmböen um die 100km/h. Da waren wir eine lustige Viererseilschaft bei widrigsten Bedingungen. 

Welche Pläne habt ihr für 2017? 

HOLGER RIEDISSER: Wir arbeiten derzeit an einer kurzen Hose. Schmutzabweisend, lässig und atmungsaktiv soll sie für‘s Biken, Klettern, Berglaufen usw. herhalten können. Mir ist wichtig, dass unsere Stücke vielseitig einsetzbar sind. Zudem wird es sicher ein Funktionsshirt geben. Eventuell noch mehr, aber wir lassen uns bei neuen Dingen gerne etwas treiben. Ein Neues Stück braucht vier bis sechs Monate bis es entwickelt und hergestellt ist. Jetzt ist Januar, da haben wir also noch Zeit. 

Alle Fotos von Adele Bergzauber